Werner Stephan

Referent im RMVP

Lebenslauf

15. Aug. 1895 Geburt in Altona
1913 Abitur am Königlichen Christianeum in Altona
Studium der Nationalökonomie in Tübingen (ohne Abschluss)
1915 – 1918 Teilnahme am Ersten Weltkrieg
1918 – 1919 britische Kriegsgefangenschaft
1920 Tätigkeit als Parteisekretär für die DDP u.a. in Bremen
1922 – 1929 Reichsgeschäftsführer der DDP in Berlin, Journalist
ab Frühjahr 1929 Referent in der Presseabteilung der Reichsregierung
zusätzlich publizistisch tätig u.a. für “Die Hilfe” und aktiv für die Deutsche Staatspartei
Mai 1933 Eingliederung der bis dahin beim Auswärtigen Amt angesiedelten Presseabteilung der Reichsregierung ins Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP), stellv. Abteilungsleiter Inland in der Presseabteilung des RMVP
Aug. 1934 Ernennung zum Oberregierungsrat
1938 Eintritt in die NSDAP
1938 persönlicher Referent von Reichspressechef Otto Dietrich, Ernennung zum Ministerialrat
ab 1939 zusätzlich Tätigkeit für die Propaganda-Ersatz-Abteilung (später Wehrmachtspropaganda)
März 1945 Kriegsberichter in Hamburg
nach Kriegsende amerikanische Internierungshaft, nachdem er sich in Bremen gestellt hatte
1946 (?) Einstufung als “Mitläufer” im Entnazifizierungsverfahren
1949 Zeuge im Wilhelmstraßenprozess
1949 Publikation von “Joseph Goebbels. Dämon einer Diktatur”
1951 – 1953 Tätigkeit für die “Dankesspende des deutschen Volkes”
1953 – 1955 Pressereferent bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
1955 – 1959 Bundesgeschäftsführer der FDP, Mitarbeit am Aufbau der Friedrich-Naumann-Stiftung
ab 1958 Geschäftsführer der Friedrich-Naumann-Stiftung, ab 1964 Mitglied des Vorstands
4. Juli 1984 Tod in Bad Godesberg

Quellen

BArch Berlin-Lichterfelde, R 43/4543; R 9361-II/970645; R 9361-V/155048; R 9361-V/37008; R 9361-III/202622.

BArch Freiburg: MSG 2/3338.

BArch Koblenz: B 122/2071.

LABW HStAS, Q 1/22 Bü 824, 938.

Stephan, Werner: Acht Jahrzehnte erlebtes Deutschland. Ein Liberaler in vier Epochen, Düsseldorf 1983.

 

Literatur

Boelcke, Willi A.: Kriegspropaganda 1939-1941. Geheime Ministerkonferenzen im Reichspropagandaministerium, Stuttgart 1966, S. 67f.

Klee, Ernst: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, Frankfurt 2007, S. 591.

Krings, Stefan: Das Propagandaministerium. Joseph Goebbels und seine Spezialisten, in: Hachmeister, Lutz/Kloft Michael (Hrsg.): Das Goebbels-Experiment. Propaganda und Politik, München 2005, S. 29-48, hier S. 37.

Meyer, Beate: Liberale in der NS-Administration: Werner Stephan. Sich selbst treu geblieben?, in: HEUSS-FORUM 9/2017, URL: www.stiftung-heuss-haus.de/heuss-forum_9_2017.

 

Normdaten

GND: 133783693

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