Anatol Milewski-Schroeden (von der Milwe-Schroeden)

Ministerialdirigent im RMfdbO

Lebenslauf

1. November 1902 Geburt in St. Petersburg
1909 – 1919 Elementarschule und Gymnasium in St. Petersburg und Helsinki
1928 – 1930 Mitglied des Jungstahlhelms
Mai 1928 – Feb. 1933 Angestellter bei der Vereinigung für freie Wirtschaft (VfW);
im Rahmen dessen vermutlich Mitarbeiter des Werksicherheitsdienstes der Werft Blohm & Voss, Hamburg
1. September 1931 Eintritt in die NSDAP
vor 1933 Leiter des NSDAP-Ermittlungsdienstes im Gau Hamburg
6. März 1933 – 15. Mai 1933 Ernennung zum Leiter der Hamburger Staatspolizei
Mai 1933 – Juli 1934 persönlicher Referent des Hamburger Kultursenators Wilhelm v. Allwörden
Juli 1934 – Januar 1938* ohne Anstellung (Übersetzungen und Sprachunterricht)
Jan. 1938 – Sept. 1939 Dezernent bei der Reichsstelle für Wirtschaftsausbau
Mrz. 1940 – Dez. 1941 Wehrmachtsdienst in Dänemark, Frankreich und an der Ostfront
Dez. 1941 – Okt. 1944 Gruppenleiter in Abteilung I- 6 (Kulturpolitik) des RMfdbO;
stellv. Abteilungsleiter, ab Feb. 1943 Abteilungsleiter Kultur im Range eines Ministerialdirigenten
1. Mai 1942 Eintritt in die SA (Obersturmbannführer)
Okt. 1944 – Apr. 1945 Wehrmachtsdienst als Feldwebel
Apr. 1945 – Aug. 1946 Kriegsgefangenschaft bzw. Internierung, u.a. in Putlos und Neuengamme
10. November 1948 Einreihung in Kategorie V (Entlasteter) durch den EN-Hauptausschuss Kreis Unna
19. März 1949 Anordnung zur Wiederaufnahme des Verfahrens durch den Sonderbeauftragten für die Entnazifizierung im Lande Nordrhein-Westfalen
20. Juli 1949 Einreihung in Kategorie IV (Mitläufer) durch den Berufungsausschuss Hamm (Westf.)
1950 Tod

* Milewski-Schröden gab selbst später an, im Zuge von Auseinandersetzungen mit der SS Opfer eines Messerangriffs am 12./13. Juli 1933 geworden zu sein, bei dem ihm auch Stichverletzungen zugefügt wurden. Laut Eigenaussage war er nach seiner Zeit als Referent in Hamburg ein Jahr im Konzentrationslager Dachau interniert, wofür es allerdings keinen Beleg gibt (vgl. Auskünfte: KZ-Gedenkstätte Dachau, 4. Dezember 2019; Arolsen Archives, 12. Dezember 2019).

 

Literatur

Lohalm, Uwe: “…bis in die letzten Kriegstage intakt und voll funktionsfähig” Der öffentliche Dienst in Hamburg 1933 bis 1945, in: Schmiechen-Ackermann, Detlef/Kaltenborn, Steffi (Hrsg.): Stadtgeschichte in der NS-Zeit. Fallstudien aus Sachsen-Anhalt und vergleichende Perspektiven, Münster 2005, S. 53-65.

Timpke, Henning: Das KL Fuhlsbüttel, in: Broszat, Martin (Hrsg.): Studien zur Geschichte der Konzentrationslager (= Schriftenreihe der VfZ, Bd. 21), Stuttgart 1970, S. 11-28.

 

Quellen

BArch Berlin-Lichterfelde, R 1501/127657; R 9361-IX KARTEI/28740109

DRK-Suchdienst München, ZNK, Anatol v. d. Milwe.

IfZ München, ZS 106, Anatol von der Milwe, Bd. 1; Bd 2.

LA NRW Abt. Rheinland, NW 1101-BG. 43 Nr. 47

 

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