Friedrich Edding

Regierungsrat im RMfdbO

aus: Edding, Friedrich: Friedrich Edding, in: Pongratz, Ludwig J. (Hrsg.): Pädagogik in Selbstdarstellungen, Bd. 3, Hamburg 1978, S. 2.

Lebenslauf

23. Juni 1909 Geburt in Kiel
1915 – 1927 Vorschule und Humanistisches Gymnasium in Kiel (Abitur)
1927 – 1935 Studium der Ev. Theologie, Geschichte, Germanistik und Staatswissenschaften in Bonn, Berlin und Kiel;
Erste Staatsprüfung für Höheres Lehramt und Promotion zum Dr. phil. in Kiel
bis 1934 Tätigkeit bei der “Deutschen Burschenschaft”, im NSDStB und beim Freiwilligen Arbeitsdienst (FAD)
Mai 1933 – Nov. 1934 Mitglied der NSDAP
1934 – 1935 Wehrdienst am Standort Schwerin
1935 – 1936 begonnene und abgebrochene Habilitation
1936 – Jan. 1942 Referent im Statistischen Reichsamt
1. Mai 1937 erneuter Eintritt in die NSDAP
1937 – 1939 NSV-Blockwart
Sept. 1939 – 1940 Einberufung zur Wehrmacht und Kriegsdienst in Polen und der Saarpfalz
bis 1940 Mitarbeiter der Hauptredaktion des “Handwörterbuchs des Grenz- und Auslanddeutschtums”
Jan. 1942 – Feb. 1944 Referent “Auswertung wirtschaftswissenschaftlicher Ergebnisse” in Abteilung III Wi 2 des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete bzw. im Wirtschaftsstab Ost, zunächst im Militärbeamten- (Kriegsverwaltungsrat) und später im Zivilbeamtenverhältnis (Regierungsrat)
16. November 1942 Berufung in das Beamtenverhältnis und Ernennung zum Regierungsrat
Sept. 1943 – Aug. 1944 Dienst bei der Wehrmacht
Sept. 1944 – Jan. 1948 britische und französische Kriegsgefangenschaft in Bayeux, Caen, Cherbourg und Rennes
1948 – Juni 1959 Tätigkeit am Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel, zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter
2. Juni 1949 Einstufung in Kategorie V (Entlasteter) durch den Entnazifizierungs-Hauptausschuss Kiel
1. April 1956 Wiedereintritt in das Beamtenverhältnis als Regierungsrat
Juli 1959 – 1964 ordentlicher Professor für Bildungsökonomie an der Hochschule für Internationale Pädagogische Forschung, Frankfurt/Main
1964 – 1975 ordentlicher Professor für Bildungsökonomie an der TU Berlin
1964 – 1977 Direktor der Abteilung Bildungsökonomie am Institut für Bildungsforschung in der Max-Planck-Gesellschaft
Feb. 1966 – 1972 Mitglied der Bildungskommission des Deutschen Bildungsrats
bildungspolitischer Berater verschiedener deutscher und internationaler Organisationen u.a. der UNESCO;
Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und der Sachverständigenkommission “Kosten und Finanzierung der beruflichen Bildung” (Vorsitz 1971-1974)
1980 Verleihung des Dr. rer. pol. h.c. durch den Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der FU Berlin
1986 – 1987 Vorsitzender der Berliner Akademie für weiterbildende Studien
14. September 2002 Tod in Berlin

 

Literatur

Horn, Klaus-Peter: Erziehungswissenschaft in Deutschland im 20. Jahrhundert. Zur Entwicklung der sozialen und fachlichen Struktur der Disziplin von der Erstinstitutionalisierung bis zur Expansion, Bad Heilbrunn 2003.

Rohstock, Anne: Vom NS-Statistiker zum bundesrepublikanischen Bildungsforscher: Friedrich Edding und seine Verstrickung in den Nationalsozialismus, in: Rieger-Ladich, Markus/Rohstock, Anne/Amos, Karin (Hrsg.): Erinnern – Umschreiben – Vergessen. Die Stiftung des disziplinären Gedächtnisses als soziale Praxis, Velbrück 2019, S. 120-157.

 

Quellen

BArch Berlin-Lichterfelde, R 9361-II/194248: R 9361-VIII KARTEI/7510333; R 9361-IX KARTEI/7301020.

DRK-Suchdienst München, ZNK, Friedrich Edding.

Edding, Friedrich: Friedrich Edding, in: Pongratz, Ludwig J. (Hrsg.): Pädagogik in Selbstdarstellungen, Bd. 3, Hamburg 1978, S. 1-34.

Edding, Friedrich: Mein Leben mit der Politik 1914-1999. Teilhabe an der Entwicklung bildungspolitischen Denkens, Berlin 2000.

Edding, Friedrich: Vom Ursprung des Demokratismus in Deutschland. Die Verfassungsideen der demokratischen Partei in der Paulskirche, Düsseldorf 1934.

 

Normdaten

GND: 11868776X

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.