Karl von Rumohr

Oberlandrat im RMfdbO

BArch Koblenz, PERS 101/60628

Lebenslauf

27. Dezember 1900 Geburt in Oppeln (Opole)
1907 – 1910 Vorschule in Kassel
1910 – 1918 Gymnasien in Marienwerder und Hildesheim (Abitur)
Juni – Dez. 1918 Kriegsdienst als Kanonier
1919 – 1922 Studium der Rechtswissenschaften in Göttingen, Tübingen und München
1922 – 1923 Ausbildung als Gerichtsreferendar am Amtsgericht Calenberg
1923 – 1929 Ausbildung als Regierungsreferendar bei den Regierungen Hannover und Osnabrück sowie den Landratsämtern Nienburg und Goslar
1929 – Mai 1933 Regierungsassessor an den Landratsämtern Brilon und Glatz
1. Mai 1933 Eintritt in die NSDAP
Okt. 1933 – Mrz. 1935 (zunächst kommissarischer) Landrat des Kreises Wittgenstein, Berleburg
Dez. 1933 – Apr. 1935 NSDAP-Kreisamtsleiter für Kommunalpolitik im Kreis Wittgenstein
– ca. 1934 – Ortsgruppenführer im BNSDJ
1. April 1934 Ernennung zum Landrat
Mrz. 1935 – Mai 1939 Landrat des Kreises Iserlohn
Mrz. 1936 – Juli 1938 Gauhauptstellenleiter
Mai 1939 – Aug. 1941 (zunächst kommissarischer) Oberlandrat in Mährisch-Ostrau
1. September 1939 Ernennung zum Oberlandrat
Aug. 1941 – Apr. 1942 Abordnung als Abteilungsleiter II-1 “Innere Verwaltung” und stv. Hauptabteilungsleiter II im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete
Mai – Juli 1942 Abordnung als Vertreter des Regierungspräsidenten bei der Regierung Köln
Aug. 1942 – Juli 1944 (zunächst vertretungsweise) Regierungsvizepräsident bei der Regierung Breslau
1. März 1943 Ernennung zum Regierungsvizepräsidenten
Juli – Sept. 1944 Abordnung zur Militärverwaltung in Frankreich und Tätigkeit bei verschiedenen Dienststellen in Paris, Melun, Dijon und Belfort
Sept. – Dez. 1944 Beurlaubung
November 1944 angebliche Verhaftung oder/und Verhör durch die Gestapo infolge des Attentats vom 20. Juli und Kontakten zu Graf v.d. Schulenburg*
Dez. 1944 – Mai 1945 Dienst bei der Wehrmacht
Dez. 1945 – Nov. 1949 verschiedene Tätigkeiten in Köln, zuletzt als Bundesgeschäftsführer des Deutschen Beamtenbundes
27. November 1947 Einstufung in Kategorie V (Entlasteter) durch die Denazifizierungskammer Mettmann
Nov. 1949 – Dez. 1965 Referent “Unterbringung gemäß Art. 131 GG” im Bundesministerium des Innern (BMI), zunächst im Angestelltenverhältnis
9. September 1950 Wiederberufung in das Beamtenverhältnis und Ernennung zum Ministerialrat
Juni 1951 – Dez. 1965 Leiter der Bundesausgleichsstelle des BMI, später Bundesstelle für Verwaltungsangelegenheiten, Köln;
schließlich Präsident des daraus hervorgehenden Bundesverwaltungsamts (ab Jan. 1960)
Dezember 1965 Bitte um Zurückstellung eines Vorschlags für das Große Bundesverdienstkreuz infolge von Nachforschungen zur eigenen NS-Vergangenheit
31. Dezember 1965 Eintritt in den Ruhestand
8. August 1967 Tod in Baden-Baden

* Für die Inhaftierung und das Verhör gibt es kaum belastbare Belege. Angaben darüber machte in erster Linie von Rumohr selbst, unterstützt u.a. durch Entlastungsschreiben der Witwe von der Schulenburgs und Erich Keßler. 

 

Literatur

Palm, Stefanie/Stange, Irina: Vergangenheiten und Prägungen des Personals des Bundesinnenministeriums, in: Bösch, Frank/Wirsching, Andreas (Hrsg.): Hüter der Ordnung. Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin nach dem Nationalsozialismus (= Veröffentlichungen zur Geschichte der deutschen Innenministerien nach 1945, Bd. 1), Göttingen 2018, S. 122-181.

 

Quellen

BArch Berlin-Lichterfelde, R 9361-II/862970; VBS 1027 (R 6)/ZD I 3597.

BArch Koblenz, PERS 101/60628.

BArch Ludwigsburg, B 162/20425.

LA NRW Abt. Rheinland, BR-PE Nr. 4489; NW 1003-48 Nr. 266.

 

Normdaten

GND: 142611425

 

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