Hermann Priebe

Kriegsverwaltungsrat im RMfdbO

BArch R 3601/6066

Lebenslauf

10. Februar 1907 Geburt in Berlin
bis 1926 Besuch des Gymnasiums in Berlin-Grunewald (Abitur);
Engagement in der Bündischen Jugend und der Pfadfinderbewegung
1926 – 1928 landwirtschaftlicher Lehrling in Grumsdorf, Krs. Bublitz (Pommern)
1928 – 1929 landwirtschaftlicher Beamter in Sergen, Krs. Cottbus, und Garmissen, Krs. Hildesheim
1929 – 1932 Studium der Agrarwissenschaften in Berlin, Königsberg und Göttingen;
Abschluss als Diplom-Landwirt
1931 Eintritt in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund in Königsberg
1931 erste Kontakte zu Friedrich Hielscher
1932 – 1933 freiwilliger Arbeitsdienst in Ostpreußen und Westfalen (Planungsarbeiten für Landeskultur und Siedlung);
längere Studienreisen durch (Süd-)Osteuropa
1933 Volontär bei der Reichsstelle für Siedlerberatung
1. November 1933 Eintritt in die SS
1933 – 1935 Assistent an der Universität Greifswald
1936 Promotion an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin
1936 – 1942 Tätigkeit beim Reichskuratorium für Technik in der Landwirtschaft (RKTL);
Berater der RKTL-Beispielbetriebe im Bezirk Rhön (1936 – 1938);
Leiter einer RKTL-Außenstelle in Fulda (1938 – 1940);
RKTL-Vertreter im Reichsgau Wartheland und Abteilungsleiter „Bäuerliche Betreuung“ beim Landw. Treuhandverband Wartheland GmbH, Posen (1940 – 1942)
1. Mai 1937 Eintritt in die NSDAP
1937 – 1939 Wohngemeinschaft und Zusammenarbeit mit Friedrich Hielscher in Kaltennordheim und Meiningen
1941 Habilitation an der Universität Gießen
Mrz. – Apr. 1942 Einberufung zum Wehrdienst und Dienst im Infanterie-Ersatzbataillon 4
Mai 1942 – 1944 Versetzung als Kriegsverwaltungsrat zur Chefgruppe Landwirtschaft im Wirtschaftsstab Ost bzw. im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete;
Leiter der Referate „Allgemeine Betriebswirtschaft“, Agrarstatistik“ und „landwirtschaftliches Bauwesen“
Jan. 1943 – 1944 kommissarischer Leiter der Versuchs- und Forschungsanstalt für Landarbeit, Bornim
Nov. 1943 erneute Einberufung zur Wehrmacht
17. September 1944 Verhaftung durch die Gestapo infolge des Attentats vom 20. Juli und Kontakten zu den Attentätern (als Mitglied des Hielscher-Kreises)
Sept. – Nov. 1944 Haft in der Prinz-Albrecht-Straße und dem Gefängnis Lehrter Straße
Nov. 1944 – Jan. 1945 Freilassung und Versetzung zur Wehrmacht zur „Bewährung im Fronteinsatz“
Januar 1945 Verwundung und Verlegung in das Feldlazarett Heilsberg (Ostpreußen)
Jun. 1945 – Jan. 1948 Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion
4. Oktober 1948 Einstufung in Kategorie V (Entlasteter) durch die Spruchkammer Gießen-Stadt und -Land
1949 – 1958 Privatdozent und später apl. Professor an der Universität Gießen
1956 Gründungsdirektor des Instituts für ländliche Strukturforschung an der Universität Frankfurt/Main
ab 1958 Professor für Agrarwesen an der Universität Frankfurt/Main
1958 – 1970 agrarwissenschaftlicher Berater der EWG-Kommission, Brüssel
1972 – 1993 geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Landwirte
13. Februar 1987 Verleihung des Großes Bundesverdienstkreuzes
2. Juli 1997 Tod in Frankfurt/Main

 

Literatur

Art. „Hermann Priebe“, in: DBE, Bd. 8: Poethen – Schlüter, München 2007, S. 78.

Art. „Hermann Priebe“, in: Munzinger online. Internationales Biographisches Archiv, 29. September 1997.

Lehner, Kurt M.: Friedrich Hielscher. Nationalrevolutionär – Widerständler – Heidenpriester, Paderborn 2015.

Pflüger, Friedbert: Richard von Weizsäcker. Mit der Macht der Moral, München 2010.

Schmidt, Ina: Der Herr des Feuers. Friedrich Hielscher und sein Kreis zwischen Heidentum, neuem Nationalismus und Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Köln 2004.

 

Quellen

BArch Berlin-Lichterfelde, R 73/13719; R 3601/6066; R 4901/13273; R 9361-VIII KARTEI/16401314; R 9361-IX KARTEI/33190685.

HHStA Wiesbaden, Abt. 520/16 Nr. 3332.

von Urff, Winfried/von Meyer, Heino (Hrsg.): Landwirtschaft, Umwelt und Ländlicher Raum – Herausforderungen an Europa. Hermann Priebe zum 80. Geburtstag, Baden-Baden 1987.

 

Normdaten

GND: 118793349

 

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