Hermann Maurer

Ministerialrat im RMfdbO

aus: Hauptamt der Stadt Stuttgart (Hrsg.): Verwaltungsbericht der Stadt Stuttgart für die Zeit vom 1. Januar 1965 bis 31. Dezember 1967, Stuttgart o.J., S. 27 (Fotograf unbekannt).

Lebenslauf

15. Dezember 1901 Geburt in Ulm
1908 – 1915 Mittelschule in Ulm
1915 – 1921 Oberrealschule in Ulm (Abitur)
1921 – 1926 Studium der Geschichte und Germanistik in Tübingen, München und Marburg;
Promotion zum Dr. phil.
1927 bzw. 1928 Erste bzw. Zweite Staatsprüfung für das höhere Lehramt
1928 – Mai 1935 Lehrer (Studienassessor) am Reformrealgymnasium Aalen, der Mädchenrealschule Aalen und dem Reformrealgymnasium Schwäbisch-Gmünd
1. April 1931 Eintritt in die NSDAP, zeitweise als Ortsgruppenredner und Pressewart
Juli 1931 – Mrz. 1932 Mitglied der SA
Nov. 1932 – 1933 Mitglied des Stahlhelm
15. Oktober 1933 Wiedereintritt in die SA
ab Okt. 1933 Mitglied der HJ und dort Bannpressewart und Gefolgschaftsführer im Oberbannstab
Gründer der NSLB-Ortsgruppe in Aalen
Mai 1935 – Sept. 1939 (kommissarischer) Dozent für Geschichte an der Hochschule für Lehrerbildung in Esslingen
27. August 1937 Ernennung zum Dozent
Okt. 1939 – Apr. 1940 Hauptabteilungsleiter “Wanderungsforschung und Sippenkunde” im Deutschen Auslandsinstitut Stuttgart
Apr. 1940 – Sept. 1942 Dienst bei der Wehrmacht, zuletzt als Feldwebel
Feb. 1942 – Apr. 1945 stv. Abteilungsleiter I-7 “Deutsche Volkstums- und Siedlungspolitik” und dort Gruppenleiter “Allgemeines und Volkstumspolitik” (spätere Führungsgruppe P 2 “Deutschtum”) im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete
1944 Ernennung zum Ministerialrat
1945 Erntehelfer in Böfingen
Nov. 1945 – Apr. 1946 Internierung in der britischen Zone, im Internierungslager Tätigkeit als Hilfsdolmetscher
1946 – 1948 Bauhelfer und Hilfsarbeiter bei der Heimstätte Dünne und der Zimmerei der Anstalt Bethel
1948 Archivar beim evangelischen Presseverband in Bethel
19. September 1947 Einstufung in Kategorie IV (Mitläufer) durch den Entnazifizierungsausschuss Bielefeld
Okt. 1948 – 1966 Leiter des Flüchtlingsreferats und später der Hauptgeschäftsstelle im Zentralbüro des Hilfswerks der EKD bzw der Inneren Mission und Hilfswerk der EKD, Stuttgart;
zeitweise auch Leiter der Auswandererabteilung;
verschiedenste weitere Ämter, u.a. als stv. Leiter des Kirchlichen Suchdienstes oder als Vorsitzender des Ausschusses für heimatlose Ausländer in Baden-Württemberg
28. November 1950 Einstellung des Verfahrens gemäß Gesetz Nr. 1078 bei gleichzeitiger Einstufung in Kategorie II (Belasteter) durch die Zentral-Spruchkammer Nord-Württemberg in Stuttgart
ab 1952 Gründungsmitglied der Südosteuropa-Gesellschaft (SOG);
Vorsitzender der SOG-Landesgruppe Baden-Württemberg
1953 – 1969 Mitglied des Stuttgarter Gemeinderates für die CDU
ca. 1954 – 1959 Mitglied der “Forschungsgruppe Eingliederung” beim Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte
9. August 1969 Tod in Bad Wurzach

 

Literatur

Hauptamt der Stadt Stuttgart (Hrsg.): Verwaltungsbericht der Stadt Stuttgart für die Zeit vom 1. Januar 1965 bis 31. Dezember 1967, Stuttgart o.J.

Zur Geschichte der SOG“, online bei: https://www.sogde.org/, o.J.

Wischnath, Johannes Michael: Kirche in Aktion. Das evangelische Hilfswerk 1945-1957 und sein Verhältnis zu Kirche und Innerer Mission (= Arbeiten zur kirchlichen Zeitgeschichte, Reihe B “Darstellungen”, Bd. 14), Göttingen 1986.

 

Quellen

BArch Berlin-Lichterfelde, R 57/313; R 601/2181; R 9361-III/568720.

HStA Stuttgart, J 191 Maurer, Hermann.

IfZ München, ZS 1204, Hermann Georg Maurer, Bd. 1.

LA NRW Abt Rheinland, NW 1037-A/REG Nr. 13626; NW 1057-ECON 20 Nr. 3116.

Mitteilungen der Südosteuropa-Gesellschaft, Bd. 9, 1969, S. 94.

StA Ludwigsburg, EL 902/20 33839; EL 905/4 1856.

 

Auskünfte

Jan Ruhkopf, Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, 16. Oktober 2020.

 

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