Carl Cranz

Ministerialdirigent im RMfdbO

BArch, R 9361-VIII KARTEI /5351356

Lebenslauf

1. November 1896 Geburt in Gumbinnen (russ. Gussew)
Vorschule und Gymnasium in Danzig, Metz und Wesel (Fähnrichs-Examen)
1914 – 1920 Teilnahme am Ersten Weltkrieg, zuletzt als Oberleutnant
1918 Abitur am Hohenzollern-Gymnasium, Düsseldorf
1920 – 1921 Studium der Volks- und Landwirtschaft in Königsberg
ab 1920 Mitglied des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes
1921 – 1922 Tätigkeit beim Reichsbeauftragten für die Überwachung der Ein- und Ausfuhr in Eydtkuhnen und Tilsit
1921 – 1922 Mitglied der DNVP
1922 – 1923 Tätigkeit bei der Lüpschen Güterverwaltung, Wesel
1923 – 1924 Tätigkeit im Organisationsdienst der Junkers Flugzeugwerke, Berlin und Dessau
1924 – 1932 Schriftleiter bei der Deutschen Zeitung
bis 1932 Mitglied im Kampfbund für deutsche Kultur
1. November 1932 Eintritt in die NSDAP
Dez. 1932 – 1941 Tätigkeit beim Völkischen Beobachter, u.a. als Ressortleiter Innenpolitik, Chef vom Dienst und zuletzt stellv. Hauptschriftleiter
Juni 1933 Eintritt in die SA
bis Juni 1940 Wehrmachtsdienst (Luftwaffe)
18. Juni 1940 Abschuss von feindlichen Fliegern über Brest und anschließende Dienstunfähigkeit
Juni 1941 – Apr. 1942 Pressechef im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete
1942 Ernennung zum SA-Sturmbannführer
Mai 1942 – 1945 erneuter Wehrmachtsdienst, zunächst als Leiter einer Kriegsberichterkompanie der Luftwaffe
1944 Ernennung zum Ministerialdirigent
Mai 1945 – Mai 1947 Internierung, u.a. in Kaufbeuren, Ulm und Ludwigsburg
7. Februar 1948 Einstufung in Kategorie III (Minderbelasteter) durch den Entnazifizierungsausschuss Dinslaken
30. Mai 1949 Einstufung in Kategorie IV (Mitläufer) durch den Berufungsausschuss Duisburg
anschließend Tätigkeit als Journalist
20. März 1980 Tod in Wesel

 

Literatur

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Bd. 7: Sowjetunion mit annektierten Gebieten I. Besetzte Sowjetische Gebiete unter deutscher Militärverwaltung, Baltikum und Transnistrien, bearb. v. Hoppe, Berg/Glass, Hiltrud, München 2011.

Quinkert, Babette: Propaganda und Terror in Weißrussland 1941-1944. Die deutsche “geistige” Kriegsführung gegen Zivilbevölkerung und Partisanen (= Krieg in der Geschichte, Bd. 45), Paderborn 2009.

Zellhuber, Andreas: “Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu…”. Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941-1945 (= Berlin & München. Studien zu Politik und Geschichte, Bd. 3), München 2006.

 

Quellen

BArch Berlin-Lichterfelde, NS 8/114; NS 8/118; R 43-II/1159b; R 55/23495; R 9361-VIII KARTEI/5351356; R 9361-IX KARTEI/5580647.

LA NRW, Abt. Rheinland, NW 824 Nr. 490; NW 1004-G43 Nr. 27; NW 1037-BI Nr. 13130.

StA Ludwigsburg, EL 903/6 Bü 288.

Mitteilungsblatt des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete, Berlin, Nr. 14/1944.

Rheinische Post Wesel, 22. März 1980.

 

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