Gustav Schlotterer

Ministerialdirektor im RMfdbO

Das Deutsche Führerlexikon 1934/35, Berlin 1934.

Lebenslauf

1. März 1906 Geburt in Biberach an der Riß
bis 1921 Besuch der Volks- und Oberrealschule
1921 – 1924 Lehre bei der Gewerbebank Biberach
1923 Mitbegründer der NSDAP-Ortsgruppe Biberach/Riß
1925 – 1928 Handelshochschule Mannheim;
Ersatzabitur und Diplomkaufmann
1928 Wiedereintritt in die NSDAP
1929 -1930 Studium an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen;
Promotion
Jan. 1931 – Dez. 1933 Wirtschaftsredakteur beim nationalsozialistischen „Hamburger Tageblatt“;
zuletzt Chefredakteur
1933 – 1934 Regierungsdirektor, danach Präsident in der Behörde für Wirtschaft im Hamburger Senat;
Gauwirtschaftsberater der Hamburger Gauleitung der NSDAP
1935 – 1937 Ministerialrat im Reichswirtschaftsministerium (RWM);
Referent für Südamerika; „Gruppe Außenhandel“ bei der Vierjahresplanbehörde
1937 Eintritt in die SS
1937 – 1940 stellvertretender Leiter der Außenhandelsabteilung im RWM
1940 Ernennung zum Ministerialdirektor und Leiter der „Sonderabteilung Vorbereitung und Ordnung“ im RWM
1941 – 1944 Leiter der Ostabteilung im RWM;
Leiter der Chefgruppe Wirtschaft im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete;
Chef der „Hauptgruppe gewerbliche Wirtschaft“ im Wirtschaftsstab Ost der Vierjahresplanbehörde;
Präsidiumsmitglied in der „Südosteuropa-Gesellschaft“
ab Februar 1944 Infanterieausbildung beim Münchner SS-Flak-Ausbildungs- und Ersatzregiment;
Einberufung in die Waffen-SS
1945 Gefangennahme durch amerikanische Truppen bei Mergentheim
1945 – 1947 Kriegsgefangenschaft und Arbeitseinsatz in Frankreich
1947/48 Zeuge im IG-Farben-Prozess und Wilhelmstraßen-Prozess
ab Januar 1948 Berater für die amerikanische Militärstaatsanwaltschaft in Berlin und München
September 1948 Umzug nach Barsbüttel (Schleswig-Holstein)
20. Dezember 1948 Einstufung in  Gruppe V („entlastet“) durch den Entnazifizierungshauptausschuss Kreis Stormarn in Ahrensburg
ab Oktober 1950 Umzug nach Düsseldorf;
Unternehmensberater für die Großindustrie, u.a. Friedrich Flick und Fritz-Aurel Goergen
1969 Zeuge in einem Prozess der Berliner Staatsanwaltschaft gegen frühere Angehörige des Reichssicherheitshauptamtes
17. Mai 1989 Tod in Düsseldorf

Literatur

Brunecker, Frank/Rak, Christian: Dr. Gustav Schlotterer – Verbrecher oder Widerständler?, in: Proske, Wolfgang (Hrsg.): Täter, Helfer, Trittbrettfahrer, Bd. 4: NS-Belastete aus Oberschwaben, Gerstetten 2015, S. 225-239.

Stegen, Eike: Schlotterer vor Berlin. Sozialisation und Lehrjahre eines nationalsozialistischen Wirtschaftspolitikers, Berlin 2014. [unveröffentlichte Masterarbeit]

Zellhuber, Andreas: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu…“. Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941-1945 (= Berlin & München. Studien zu Politik und Geschichte, Bd. 3), München 2006.

 

Quellen

IfZ München, ZS 1430, Gustav Schlotterer.

 

Normdaten

GND: 129441457

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