Karl Vogt

Oberkriegsverwaltungsrat im RMfdbO

AdJb, F 1, 189/21

Lebenslauf

5. September 1907 Geburt in Danzig
1914 – 1926 Volks- bzw. Oberrealschule in Danzig und Breslau (Abitur)
1919 – 1924 Mitglied der Breslauer Gruppe des Schlesischen Wandervogel-Jungenbundes
1926 – 1928 Landwirtschaftslehrling in Ober-Briesnitz
1928 – 1931 Studium an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin und Abschluss als Diplom-Landwirt
Angehöriger der Berliner Gruppe des Kronacher Bundes der alten Wandervögel
Mai – Aug. 1931 Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei der Preisberichtsstelle beim Deutschen Landwirtschaftsrat
Sept. 1931 – Okt. 1933 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Agrarwirtschaft und Betriebslehre der Cornell University, Ithaca (NY);
Promotion zum Dr. phil.
30. November 1933 Eintritt in die SS;
zuletzt 1944 als SS-Obersturmbannführer
Dez. 1933 – Feb. 1934 Wissenschaftlicher Hilfsreferent beim Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD), Berlin
Feb. 1934 – Nov. 1934 Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei den Harburger Oelwerken
Dez. 1934 – Apr. 1940 Tätigkeit beim Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft (RMEL);
Hilfsreferent in der Abt. “Osthilfe” (1934-1936);
persönlicher Referent des Staatssekretärs Herbert Backe (ab 1936);
Verbindungsstab zur Geschäftsgruppe Ernährung beim Vierjahresplan (ab 1939)
1936 – 1945 Tätigkeit beim Stab des Rasse- und Siedlungshauptamts
1. Mai 1937 Eintritt in die NSDAP (rückdatiert)
27. Mai 1938 Ernennung zum Regierungsrat
Apr. 1940 – Mai 1941 Abkommandierung zum Reichskommissar für die besetzten norwegischen Gebiete als Leiter der Gruppe Fischerei und späterer Leiter der Sondergruppe Fischwirtschaft
Juni 1941 – Mrz. 1943 Einberufung zur Wehrmacht und Tätigkeit als Oberkriegsverwaltungsrat in der Chefgruppe “Ernährung und Landwirtschaft” des Wirtschaftsstabs Ost bzw. im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete
28. Mai 1942 Ernennung zum Oberregierungsrat
Mrz. – Juni 1943 Tätigkeit beim Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Juni 1943 – Mrz. 1944 SS-Oberscharführer der Waffen-SS bei der Leibstandarte SS Adolf Hitler in Berlin-Lichterfelde;
anschließend Einsatz als Zugführer in Italien
April 1943 Verleihung des Komturkreuzes des Ordens vom Römischen Adler (Italien)
Jan. 1944 – Feb. 1945 Abordnung an das Reichsamt für das Landvolk
30. Januar 1945 Ernennung zum Reichsamtsleiter und Bereichsleiter
Feb. – Mai 1945 Zugführer der Leibstandarte SS Adolf Hitler an der ungarischen Front
11. Mai 1945 Gefangennahme in Mauerkirchen/Braunau (Ö)
Mai 1945 – Mai 1948 Internierung in Mauerkirchen, Ebensee, Altenstadt, Auerbach, Regensburg, Ludwigsburg, Dachau, Nürnberg und abermals Dachau
13. Mai 1948 Einstufung in Kategorie III (Minderbelasteter) durch die Lagerspruchkammer Dachau-Moosburg
29. November 1948 Einstufung in Kategorie IV (Mitläufer) durch die Berufungskammer Oberbayern
19. Januar 1949 Einstufung in Kategorie IV (Mitläufer) durch den Entnazifizierungs-Hauptausschuss Hildesheim
bis 1955 bäuerlicher Wirtschaftsberater im Kreis Alsfeld
1953 – 1959 Vorsitzender der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein
1955 – 1960 Generalbevollmächtigter der Gräflich Oeynhausenschen Gütverwaltung, Reelsen
1960 – 1982 kaufmännischer Leiter bei der Landmaschinenfabrik F. Kleine, Salzkotten
1964 – 1973 Sprecher des Ringes junger Bünde
bis 1983 Berater der Stiftung Jugendburg Ludwigstein und das Archiv der deutschen Jugendbewegung
1975 – 1981 Mitherausgeber des Jahrbuchs des Archivs der Jugendbewegung
20. August 2002 Tod in Bad Sooden-Allendorf

 

Literatur

Conze, Eckart: Die deutsche Jugendbewegung. Historisierung und Selbsthistorisierung nach 1945, in: Ders./Rappe-Weber, Susanne (Hrsg.): Die deutsche Jugendbewegung. Historisierung und Selbsthistorisierung nach 1945, Göttingen 2018, S. 15-32.

Neudorf, Gerhard: Der Ring junger Bünde, in: Reulecke, Jürgen (Hrsg.): 50 Jahre danach – 50 Jahre davor. Der Meißnertag von 1963 und seine Folgen, Göttingen 2014, S. 213-221.

Niemeyer, Christian: Die dunklen Seiten der Jugendbewegung. Vom Wandervogel zur Hitlerjugend, Tübingen 2013.

Reulecke, Jürgen: Wie gelingt “ein richtiges Erkennen des Problems der Schuld”? Selbsthistorisierungen im Freideutschen Kreis in den späten 1940er und in den 1990er Jahren, in: Conze, Eckart/Rappe-Weber, Susanne (Hrsg.): Die deutsche Jugendbewegung. Historisierung und Selbsthistorisierung nach 1945, Göttingen 2018, S. 145-156.

 

Quellen

AdJb, F 3 Nr. 342; N 215.

BArch Berlin-Lichterfelde, R 3601/5370; R 3601/5371; R 9361-VIII KARTEI/24260786.

DRK-Suchdienst München, ZNK, Karl Vogt.

LA Berlin, C Rep. 031-02-12 Nr. 111.

NLA Hannover, Nds. 171 Hildesheim IDEA Nr. 37377.

Brée, Rudolf/Kampffmeyer, Hans/Vogt, Karl: Lebensgeschichtliche Prägung durch die Jugendbewegung. Mit einer Einführung von Ulrich Herrmann, in: Jahrbuch des Archivs der deutschen Jugendbewegung, Jg. 18 (1993-1998), S. 207-218 (S. 181-218).

Zucker. Zeitschrift für Zuckerrübenbau, Zuckerindustrie, Hefeindustrie, Jg. 24 (1971).

 

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