Wolfgang Diewerge

Ministerialrat im RMVP

Der Spiegel, Nr. 4, 17. Januar 1966, S. 30.

Lebenslauf

12. Januar 1906 Geburt in Stettin
1923/24 Schlageter-Bund, Schwarze Reichswehr
1924 Abitur in Stargard
1924 – 1929 Studium der Rechtswissenschaft in Jena und Berlin
seit 1926 Veröffentlichungen in der NS-Presse (u.a. Völkischer Beobachter, Der Angriff)
1930 Eintritt in die NSDAP (vorherige Mitgliedschaft unter dem Decknamen „Diege“)
1933/34 Berichterstatter des „Kairoer Judenprozesses“
März 1934 Assessor im RMVP in der Abteilung Ausland (VII)
1936 Regierungsrat, Veröffentlichung der antisemitischen Schrift „Der Fall Gustloff“
1936 Eintritt in die SS, zuletzt SS-Standartenführer
1938 zuständig für die Pressekampagne zum Attentat Herschel Grynszpans und Vorbereitung des geplanten Prozesses
1939 Oberregierungsrat
1939 – 1941 Leiter des Reichspropagandaamtes Danzig
1941 – 1942 Leiter der Rundfunkabteilung des RMVP
1945 untergetaucht
1951 – 1953 persönlicher Referent von Friedrich Middelhauve, Landesverbandsvorsitzender der FDP Nordrhein-Westfalen
1952/53 Mitglied des Naumann-Kreises
1966 Verurteilung wegen Meineids zu einem Jahr Gefängnis
1968 – 1973 Geschäftsführer der Gesellschaft für Europäische Wirtschaftspolitik und des Internationalen Wirtschaftsclubs
(zum Schein gegründete Vereine, die in Zusammenhang mit der Flick-Affäre standen)
1969 Einstellung der Ermittlungen gegen Diewerge wegen seiner propagandistischen Tätigkeiten im „Dritten Reich“
4. Dezember 1977 Tod in Essen

Literatur

Benz, Wolfgang: Diewerge, Wolfgang, in: Ders. (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Bd. 2/1: Personen, A–K, Berlin 2009, S. 174–176.

Buchna, Kristian: Nationale Sammlung an Rhein und Ruhr. Friedrich Middelhauve und die nordrhein-westfälische FDP. 1945–1953, München 2010.

 

Quellen

Zeugenschrifttum, ZS 593, IfZ München.

 

Normdaten

GND: 142817562

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