Erich Jüttner

Landrat im RMfdbO

Lebenslauf

28. Juli 1899 Geburt in Krotoschin (Krotoszyn)
1919 Besuch des Königlichen Wilhelms-Gymnasiums in Krotoschin (Abitur)
1919 – 1922 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Breslau und Königsberg
1923 – 1926 Gerichtsrefendar beim Amtsgericht Trebnitz sowie beim Landgericht, Oberlandesgericht, der Staatsanwaltschaft und verschiedenen Anwälten in Breslau
1925 Promotion zum Dr. jur. in Breslau
1927 Ablegen der großen Staatsprüfung, Ernennung zum Gerichtsassessor und Tätigkeit am Amtsgericht Militsch (Milicz)
1927 – 1931 Übernahme in die Reichsfinanzverwaltung (zunächst probeweise);
Tätigkeit bei den Finanzämtern Breslau-Mitte, Görlitz und Breslau-Nord
1. Februar 1931 Ernennung zum Regierungsrat
1. Februar 1931 Eintritt in die NSDAP
1931 – 1933 Vorsteher des Finanzamtes Namslau (Namysłów)
ab Oktober 1932 Mitglied der NSDAP-Kreisleitung Namslau
Apr. 1933 – Nov. 1936 Landrat in Namslau (zunächst vertretungsweise)
Juni – Aug. 1935 einstweilige Versetzung in den Ruhestand infolge eines Meineidverfahrens (Freispruch)
1936 – 1937 Landrat in Grottkau (Grodków)
Okt./Nov. 1937 vorübergehende Beschäftigung bei der Regierung in Frankfurt (Oder)
Jan. 1938 – Feb. 1939 Tätigkeit bei der Reichsgruppe Handel in der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (zuständig für Betreuung der selbstständigen Fachgruppen und „Arisierung“);
komm. Leiter der Fachgruppe „Auskunft- und Inkassogewerbe“
1938 Eintritt in die SS
Feb. 1939 – Mai 1945 Landrat im Kreis Herzogtum Lauenburg (Ratzeburg) (zunächst kommissarisch)
bis April 1942 Oberkriegsverwaltungsrat beim Militärbefehlshaber Belgien und Nordfrankreich
Apr. 1942 – Mrz. 1943 Abordnung an das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (Abteilung unbekannt)
Mrz. 1943 – Sept. 1944 Leiter der Hauptabteilung Zentralverwaltung beim Generalkommissar Shitomir;
Ständiger Vertreter des Generalkommissars Kiew (nach Zusammenlegung mit dem GK Shitomir)
Sept. 1944 – Mai 1945 Regierungsvizepräsident von Köln (kommissarisch)
nach Mai 1945 Untertauchen (offiziell vermisst) mit falschen Namen als Paul Hübner
17. Februar 1949 Einstufung in Kategorie III (Minderbelasteter) durch den Entnazifizierungs-Hauptausschuss für den Krs. Hzgt. Lauenburg (in Abwesenheit Jüttners)
1949 Offenlegung der Identität infolge der Amnestie
1950 Einstufung in Kategorie V (Entlasteter) durch den Entnazifizierungs-Hauptausschuss Schleswig-Holstein

Literatur

Zilch, Reinhold/Holtz Bärbel (Bearb.): Die Protokolle des Preußischen Staatsministeriums 1817-1934/38, Bd. 12/II: 4. April 1925 bis 10. Mai 1938, Hildesheim/Zürich/New York 2004.

 

Quellen

BArch Berlin-Lichterfelde, R 9361-IX KARTEI/18590461.

DRK-Suchdienst München, ZNK, Erich Jüttner.

LA NRW Abt. Rheinland, BR-PE Nr. 6953; NW 1037-A/REG Nr. 17579.

Taschenbuch für Verwaltungsbeamte 1943, hrsg. v. Dr. Warnack, Direktor im Statistischen Reichsamt, Jg. 60, Berlin 1943.

 

Normdaten

GND: 125777043

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